Allergie-Karriere
Allergie-Karrieren beginnen oft im Kindesalter
Fast 2 Millionen Menschen in der Schweiz sind von Asthma und Allergien betroffen. Die Krankheits-Karrieren beginnen oft schon im Kindesalter mit Neurodermitis und Heuschnupfen und entwickelt sich nicht selten zum ausgewachsenen Asthma. Bei rechtzeitiger Diagnose und frühzeitiger Behandlung lässt sich die Allergie-«Karriere» stoppen.
Allergische Krankheiten beginnen meist bereits im Säuglings- und Kindesalter. 10 bis 15 Prozent aller Kinder bis zu drei Jahren leiden an einer Neurodermitis. Das sind juckende rote Flecken im Gesicht, am Hals und an Armen und Beinen. Auch wenn die Symptome zurückgehen, ist es für die Hälfte dieser Kinder nicht ausgestanden: Als Kleinkinder entwickeln sie allergisches Asthma und später Heuschnupfen (oder umgekehrt). Die Abfolge dieser drei Krankheiten in der Kindheit nennt man Allergiekarriere.
Vererbung - Früherkennung
Allergische Erkrankungen sind vererbar. Ist ein Elternteil von einer Allergie betroffen, liegt das Risiko für eine Allergieentwicklung des Kindes bei rund 30 Prozent. Haben sowohl Mutter wie Vater Allergiekrankheiten, erhöht sich das Risiko auf 50 bis 70 Prozent. Wenn man um dieses Risiko weiss, empfehlen die Allergologen, bei Neurodermitis-Verdacht frühzeitig (schon im Säuglingsalter) abzuklären, ob eine Allergie vorliegt. Die meisten Kinder aber, die Allergien entwickeln, stammen aus völlig unbelasteten Familien. Für sie gibt es keine befriedigende Früherkennung.
Je früher desto besser
Früher wartete man ab, ob sich allergische Reaktionen auswachsen, bevor man therapeutisch eingriff. Heute gilt die Devise: je früher, desto besser. Stellt der Allergologe beim Allergietest eine bestimmte (und behandelbare) Allergie fest, rät er heute schon bei Kindern im Schulalter oder auch früher zur Hyposensibilisierung. Dadurch besteht die Chance, die Allergiekarriere zu unterbrechen.
Hyposensibilisierung
Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie, ist die einzige Möglichkeit, die Ursachen der Allergie zu bekämpfen. Sie kann nur durchgeführt werden, wenn der Fremdstoff (zum Beispiel Pollen) bekannt ist, auf den der Körper allergisch reagiert. In allmählich steigenden Dosierungen wird der Fremdstoff gespritzt, bis der Körper diesen toleriert. Das Ganze dauert drei bis fünf Jahre. Hyposensibilisierung für Gräserpollen ist heute auch mit Tröpfchen und Tabletten möglich.
Kann man verhindern, dass ein Kind zum Allergiker wird?
Es gibt nur ein paar wenige allgemein gültige Empfehlungen, wie man das Risiko möglichst klein halten kann, dass ein Kind eine Veranlagung zu allergischen Erkrankungen entwickelt: Vor allem nicht rauchen während wie auch nach der Schwangerschaft, dann auch das Stillen während den ersten vier bis sechs Monaten sowie eine ausgewogene Ernährung. Alle weiteren Massnahmen wie das Vermeiden von Hausstaub und diverse Ernährungstipps können zwar das Risiko verkleinern, dass eine Allergie ausbricht, nicht aber die ursächliche Veranlagung beeinflussen.
Es gibt auch Hinweise darauf, dass Kinder, die häufig Infekte durchmachen oder vermehrt Mikroben ausgesetzt sind (Bauernkinder), weniger an Allergien leiden.
Allergiekarriere auch bei Erwachsenen
Allergien treten häufig auch erst im Erwachsenenalter auf. Wer erst spät Heuschnupfen entwickelt, ist genauso wie ein Kleinkind gefährdet, dass ein Asthma draus wird. In der Fachsprache nennt man es Etagenwechsel, wenn die Beschwerden vom Nasen-Rachen-Raum in die Bronchien wandern und dort Asthma auslösen. Knapp die Hälfte der von Heuschnupfen Geplagten erkrankt irgendwann auch an Asthma. Um diesen Etagenwechsel zu verhindern, wird wie bei den Kindern eine Hyposensibilisierung empfohlen.
Links:
www.ahaswiss.ch
www.pollenundallergie.ch
www.pollenundallergie.ch
www.polleninfo.org
Experte im Beitrag:
Dr. med. Roger Lauener
Hochgebirgsklinik Davos
Allergieklinik Zentrum für Kinder und Jugendliche
7265 Davos-Wolfgang
Experte im Studio und im Chat
PD Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier
Dermatologe/Allergologe
Universitätsspital Zürich
Dermatologische Klinik
Allergiestation
Gloriastrasse 31
8091 Zürich
Experten am Telefon:
Dr. med. Alice Koehli
Kinderspital Zürich
Allergologie
Steinwiesstrasse 75
8032 Zürich
Dr. med. Barbara Drexel
Kinderspital Zürich
Allergologie
Steinwiesstrasse 75
8032 Zürich
Giovanni Ferrari
Kinderarzt, Allergologe
Universitätsspital Zürich
Dermatologie Allergiestation
Gloriastrasse 31
8091 Zürich
Dr. med Karin Schad
Universitätsklinik Zürich
Dermatologie Allergiestation
Gloriastrasse 31
8091 Zürich










