Gesundheitsthemen
Fit im Alter
Körper und Geist trainieren
Möglichst lange selbstständig bleiben, das wollen alle. Mit gezieltem Krafttraining lässt sich dieses Ziel auch erreichen. Neue Untersuchungen der ETH Zürich zeigen jetzt: Wird das Krafttraining noch mit einem Reaktions- und Aufmerksamkeitstraining kombiniert, wirkt sich das noch positiver auf einen sicheren Gang aus.
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Über die positiven Effekte eines Krafttrainings für Seniorinnen und Senioren hat «Puls» im März 2009 berichtet. Inzwischen haben immer mehr Schweizer Alters- und Pflegeheime Fitnessräume mit Geräten fürs Muskeltraining eingerichtet, fachlich geschulte Betreuung inklusive. Das freut PD Dr. Eling D. de Bruin, Bewegungswissenschaftler an der ETH Zürich. De Bruin propagiert seit Jahren das Krafttraining im Alter, um dem Muskelschwund entgegenzuwirken.
Das Ziel: Muskelaufbau
Das klassische Altersturnen reicht nämlich nicht. Dieses fördert zwar wichtige motorische und rhythmische Fähigkeiten. Es brauche zusätzlich aber auch ein Training mit einem klaren Ziel: «Möglichst viel Muskelmasse aufbauen und erhalten», sagt de Bruin. Mehrere Studien der Zürcher ETH-Forscher und anderer internationaler Institute belegen den positiven Effekt. Bereits ein Krafttraining zweimal die Woche über drei Monate wirkt sich markant auf die Gangsicherheit der Studienteilnehmer aus.
Auch das Hirn trainieren
Stürze im Alter sind häufig der Anfang vom Ende der Selbstständigkeit. Wer sich nicht mehr sicher durch die Wohnung oder ins nahegelegene Lebensmittelgeschäft bewegen kann, muss früher oder später ins Altersheim. Dass die verminderte Gangsicherheit im Alter nicht nur mit der schwindenden Muskulatur sondern auch mit der Leistungsgfähigkeit des Gehirns zusammenhängt, hat die ETH-Bewegungswissenschaftler zu neuen Studien angeregt. Der Zusammenhang zwischen geistiger Aufmerksamkeit und körperlicher Stärke ist ja eigentlich nicht überraschend. Überraschend aber ist, dass bisher weltweit nur darüber wenig geforscht wurde, wie beides im Alter verbessert werden kann.
Von der Kraftmaschine an den Computer
Die ETH liess deshalb in verschiedenen Schweizer Altersheimen Gruppen von Seniorinnen und Senioren drei Monate lang ein regelmässiges Krafttraining machen. Ein Teil der Teilnehmer wurde zusätzlich noch mit einem Computer oder auf einer speziellen Tanzanlage auf Reaktion und Aufmerksamkeit trainiert. Erste Auswertungen zeigen, dass dank des kognitiven Trainings die Gangsicherheit noch weiter zunimmt. Und das mit wöchentlich nur dreimal 10 Minuten Training am Computer.
Spezifisches Angebot fehlt
Im Moment ist das Angebot an geeigneten Programmen für Seniorinnen und Senioren leider noch beschränkt. Die meisten gängigen Action-Spiele für Spielkonsolen und Computer trainieren zwar die wichtigen Komponenten wie Reaktionsgeschwindigkeit und geteilte Aufmerksamkeit. Doch sie sind so hektisch, dass sie viele ältere Menschen überfordern. Ausserdem fühlen sie sich durch den Programminhalt oder das angebotene Spiel nicht angesprochen. Ideal sind Programme, die speziell entwickelt wurden, um spezifisch beeinträchtigte kognitive Leistungen zu trainieren – diese Programme sind aber relativ teuer. Aber auch ohne Computer und Spezialsoftware kann Aufmerksamkeit trainiert werden, zum Beispiel mit jonglieren oder, im einfachen Fall, zum Beispiel mit Tischtennis. Wichtig ist einfach, dass man regelmässig übt und versucht gezielt eine Leistungsverbesserung zu erreichen.
Experten im Beitrag:
Eva van het Reve
Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH Zürich
http://www.ibws.ethz.ch
Giuseppe Pichierri
Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH Zürich
http://www.ibws.ethz.ch
Experte im Studio:
PD Dr. Eling D. de Bruin
Bewegungswissenschaftler
Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH Zürich
http://www.ibws.ethz.ch
Experten im Chat:
Experten am Telefon:
Kathrin Koch
Bewegungswissenschaftlerin MSc ETH
http://www.lifetimehealth.ch
Giuseppe Pichierri
Bewegungswissenschaftler
Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH Zürich
http://www.ibws.ethz.ch
Andrea Schärli
Bewegungswissenschaftlerin
Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH Zürich
http://www.ibws.ethz.ch











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