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Gesundheitsthemen

Haartransplantation

Die Glatze mit den eigenen Haaren füllen

André Ruch
Montag, 12. Dezember 2011 Uhr

Haartransplantationen können männliche Glatzen beseitigen. Allerdings ist das Verfahren teuer, und die Patienten müssen danach ein Leben lang ein Medikament einnehmen. Zudem ist das gute Resultat einer Eigenhaar-Verpflanzung keineswegs garantiert: Wachsen die verpflanzten Haare nicht gut an oder werden die Haare zu gleichmässig eingepflanzt, kann der Gesamteindruck schlimmer sein als die Glatze vor der Operation. Der Operateur sollte deshalb sorgfältig ausgewählt werden.

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Die Glatze mit den eigenen Haaren füllen

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Auch wenn damit niemand die Frisur seiner Jugend zurückerhält: Eigenhaarverpflanzungen vollbringen dank immer feineren Techniken kleine Glatzen-Wunder. «In den letzten Jahren hat man grosse Fortschritte gemacht», sagt etwa Dr. Pierre de Viragh, Leiter der Haarsprechstunden an den Unikliniken Bern und Lausanne. «Ein Operateur, der technisch auf der Höhe ist und ausschliesslich Haartransplantationen macht, erzielt heute echt gute Resultate.»

Haare vom Hinterkopf

Das Prinzip ist einfach: Haare werden vom Hinterkopf entnommen und auf der Glatze wieder eingepflanzt. Auch an der neuen Stelle wachsen die Haare dann weiter und fallen ein Leben lang nicht aus. Denn genauso wie die Körperbehaarung an Brust oder Beinen, sind die Haare aus dem Haarkranz am Hinterkopf des Mannes nicht vom erblich bedingten Haarausfall betroffen - sie reagieren nicht auf das berüchtigte Hormon DHT (Dihydrotestosteron). DHT entsteht beim Abbau des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und ist jener Stoff, der die Haare auf dem Oberkopf mit den Jahren verkümmern lässt.

Damit die Umverteilung der eigenen Haare glückt, müssen erst einmal genügend vorhanden sein. Haare-Verpflanzen ist reine Mathematik. Mit einer Haarzählung kann festgestellt werden, wie viele Spenderhaare pro Quadratzentimeter am Hinterkopf vorhanden sind. Schliesslich sollen auch dort die Haare nicht zu sehr ausgedünnt werden.

Der Hauttyp ist ebenfalls wichtig: Er sollte vorher bei einem Dermatologen seriös abgeklärt werden. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann die Operation nämlich Entzündungen auslösen, und die Transplantate werden abgestossen. Ein gutes Resultat steht und fällt damit, wie viele transplantierte Haare am neuen Ort effektiv anwachsen.

Der richtige Operateur

Das wichtigste für ein gutes Resultat ist der richtige Operateur. Hier gibt es riesige Qualitätsunterschiede.  Schlechte Resultate sehen unnatürlich aus; die Haare stehen in Büscheln und es entsteht ein Zahnbürsten-Look.

 Viele Anbieter arbeiten noch mit veralteten Methoden. Die neuste und am wenigsten invasive Methode scheint derzeit die Einzelhaarentnahme «FUE» (oder auch: Stanz-Methode) zu sein, bei der die Haarfollikel mit feinen Hohlnadeln einzeln ausgestanzt werden. Die feinen Vernarbungen sind später nicht mehr zu sehen. Bei der Streifen-Methode hingegen wird am Hinterkopf ein ganzes Hautband entfernt, in einzelne Haarfollikel zerteilt und einzeln wieder eingepflanzt. Der grosse Nachteil der zweiten Methode ist eine grosse Narbe am Hinterkopf – manche Patienten berichten nachträglich auch über Kopfschmerzen.

Ein guter Operateur ist ausschliesslich auf Haarverpflanzungen spezialisiert und bietet diese nicht nur nebenbei an. Der Operateur sollte ein grosses künstlerisches Flair haben und darauf achten, dass die Haarlinie unregelmässig gesetzt wird. Zu gerade Haarlinien wirken unnatürlich. Der Arzt muss darauf achten, vorne an der Haarlinie feine, einzelne Haare zu verwenden und erst weiter hinten jene Haarwurzeln mit zwei oder drei Haaren. Auch die Wuchsrichtung muss vom Operateur richtig angelegt werden. Und natürlich müssen die Haare möglichst eng gesetzt sein.

Bei der Operation ist Fingerspitzengefühl gefragt: Der Operateur darf die Haarwurzeln beim Transplantieren nicht verletzen. Sonst wachsen sie nicht mehr an. Ein guter Spezialist erreicht eine Anwachsrate von über 90 Prozent.

Am besten verlangt man vom Operateur viele Vorher-Nachher-Bilder von früheren Patienten, um zu beurteilen, ob er sein Handwerk beherrscht. Und: Der Entscheid für eine Haar-Operation sollte nie überstürzt erfolgen.

Teuer und lebenslang Medikamente

Der Preis einer Haaroperation errechnet sich pro «Graft», also pro entnommenes Transplantat. In der Schweiz werden pro Haarwurzel etwa 6 Franken verrechnet. Um Geheimratsecken zu füllen, braucht es etwa 1000 Grafts, um eine Vollglatze zu beleben über 10‘000. Oft bieten Kliniken im Ausland billige Pauschalangebote an. Deren Qualität sollte aber ebenfalls im Vorfeld überprüft werden. Der Nachteil ist, dass der Arzt nicht verfügbar ist, sollte eine Nachbehandlung nötig sein.

Wer sich einer Haar-OP unterzieht, sollte danach täglich eine Pille des Medikaments «Finasterid» einnehmen. Dies schützt die noch vorhandenen Oberkopf-Haare davor, weiter auszufallen. Ansonsten kann es sein, dass sich ein unnatürliches Haarbild ergibt, wenn nur noch die verpflanzten Haare übrig bleiben. Die tägliche Einnahme von Finasterid verlangt Disziplin und ist kostspielig. Bei manchen Menschen treten auch Nebenwirkungen auf, etwa Potenzprobleme.

 
Experte im Beitrag:
Dr. Lars Heitmann
Spezialist für Eigenhaarumverteilung
http://www.fue-haartransplantation.ch

 
Experte im Beitrag und im Studio:
Dr. Pierre de Viragh
Leiter Haarsprechstunde Unikliniken Bern und Lausanne
http://www.insel.ch | http://www.chuv.ch

 
Experten im Chat:

Dr. Pierre de Viragh
Leiter Haarsprechstunde Unikliniken Bern und Lausanne

Dr. Simon Koch
Dermatologe
Derma Haarcenter Wallisellen
http://www.derma-haarcenter.ch

Bild Live im Chat: Dr. Simon Koch und Dr. Pierre de Viragh
Live im Chat: Dr. Simon Koch und Dr. Pierre de Viragh

 
Experten am Telefon:
Dr. Christian Dietlin
Dermatologe
Hautarzt Zentrum Liestal
http://www.hautarztzentrum.ch

Dr. Lars Heitmann
Spezialist für Eigenhaarumverteilung
http://www.fue-haartransplantation.ch

Andreas Krämer
Berater für Haartransplantation
http://www.hairforlife.info

Bild Experten am Telefon: Dr. Christian Dietlin, Dr. Lars Heitmann und Andreas Krämer
Experten am Telefon: Dr. Christian Dietlin, Dr. Lars Heitmann und Andreas Krämer
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